Du brauchst dringend einen Tapetenwechsel? Deine Küchenwand hat unbedingt etwas frische Farbe nötig? Oder du ziehst um und findest keine Firma, die für dich malert? Kein Grund zur Panik: Wände zu streichen ist überhaupt nicht schwer! Mit ein wenig Grundwissen kannst du dein Heim im Nullkommanichts selbst verschönern.

In diesem Beitrag findest du alles, was du über das Wände streichen wissen musst: wie du den Raum vorbereitest, welche Arbeitsmaterialien du zum Wände streichen brauchst und was du bei der Auswahl der Farben beachten solltest. Auch einige Tipps, wie du Streifen vermeidest und was es sonst noch beim Wände streichen zu beachten gibt, haben wir für dich zusammengestellt. Bevor wir uns nun dem eigentlich Thema widmen, werfen wir einen Blick auf die Utensilien, die du zum Malern in jedem Fall benötigst.

Checkliste: Das alles brauchst du zum Wände streichen

Hier findest du eine Checkliste aller Utensilien, die du zum Wände streichen benötigst.

  • Wandfarbe
  • eine große Rolle
  • eine kleine Rolle
  • ein Pinsel
  • einen Verlängerungsstab für die Rollen
  • ein Abtropfgitter
  • Abdeckplanen oder alte Zeitungen
  • Abklebeband
  • einen Eimer mit Seifenwasser und Lappen
  • eine kleine Leiter

Die Auswahl der Wandfarben zum Wände streichen

Wände streichen - Auswahl der Wandfarbe

Wenn du dich für die Farbgebung deiner Zimmer entscheidest, ist natürlich in erster Linie dein persönlicher Geschmack ausschlaggebend. Allerdings haben Farben nachweislich verschiedene Wirkungen auf unser Wohlbefinden, daher gibt es bei der Auswahl der Farben zum Wände streichen einiges zu bedenken:

Warm oder kalt?

Die Farben Rot und Gelb gelten als „warme“ Farben. Auch all ihre Mischformen, zum Beispiel Orange oder Rosa, gehören dazu. Wir verbinden sie mit dem Sommer, mit der Sonne und mit warmen Temperaturen. Ein Zimmer, das in einem leuchtenden Gelb oder einem hellen Orange gestrichen ist, vermittelt auch bei Schnee und Frost das Gefühl von Wärme.

Dagegen sind Blau und all seine Varianten, zum Beispiel Grün und Violett, typische Winter-Farben. Wer schnell kalte Füße bekommt oder überhaupt zum Frösteln neigt, der sollte seine Räume daher nicht unbedingt Blau anmalen. Manchmal sind allerdings die Wirkungen von Farben auch eine Frage der Kombination: So wirkt ein Zimmer mit hellblauen und hellgrünen Wänden eher kühl; wird das helle Grün allerdings mit einem zarten Rosa kombiniert, so entsteht ein frühlingshaftes Ambiente.

Bevor du dich also für die geeigneten Farben deiner Räume entscheidest, solltest du überlegen, ob du lieber ein wärmeres oder ein kühleres Raumklima bevorzugen würdest. 

Manchmal ist es auch sehr unterschiedlich, was Menschen mit einer Farbe verbinden: Der eine denkt bei Violett an den kalten Winter, ein anderer an die sonnige Provence und endlose Lavendelfelder.

Beruhigend oder aufregend?

Ebenso wie das Gefühl von Wärme oder Kälte vermitteln Farben auch Stimmungen. Du kennst das vielleicht von den Anziehsachen: Ein Mensch, der gern „knallige“ Farben trägt, ist meist in der Persönlichkeit auch laut, fröhlich oder besonders. Jemand, der eher zu Pastelltönen neigt, ist oft ruhiger und „unauffälliger“. 

So ist es auch mit den Farben für deine Zimmer: Mit kräftigen Tönen wie einem satten Rot oder einem tiefdunklen Grün solltest du eher sparsam sein, besonders in Räumen, in denen du Ruhe und Entspannung suchst. Wenn du kräftige Farben magst, kannst du dir überlegen, vielleicht eine Wand oder einen Abschnitt damit zu malern und für die restlichen Flächen eine ausgleichende Farbgebung zu wählen, etwa ein cremefarbenes Weiß oder ein helles Grau.

Bist du generell ein Mensch, der viel Ausgleich und Entspannung vom Alltag benötigt, dann sind Pastellfarben für deine Wohnung die bessere Wahl: Sie wirken beruhigend und „stressen“ das Auge nicht.

Hell wie ein Schloss oder dunkel wie eine Höhle?

Auch bei der Entscheidung, ob du eher mit helleren oder dunkleren Farben deine Wände streichen möchtest, gibt es einige Dinge zu beachten:

Helle Farben lassen einen Raum größer wirken, dunkle Farben machen ihn optisch kleiner. Auch das Tageslicht spielt eine Rolle: Räume mit kleinen Fenstern werden noch düsterer, wenn du die Wände mit dunklen Farben malerst. Sie werden allerdings heller und freundlicher, wenn du dich beim Wände streichen für ein sonniges Gelb oder ein blumiges Rosa entscheidest. 

Bei diesen Überlegungen ist es außerdem gut, wenn du deine Mitbewohner (soweit vorhanden) einbeziehst: Ein dunkler Flur wirkt zum Beispiel auf Kinder beängstigend, kann aber durch ein lebendiges Orange oder Hellblau weniger bedrohlich wirken. Ein dunkles Grau dagegen würde ihn noch unheimlicher erscheinen lassen.

Wenn du nun unsicher bist, mit welchen Farben du deine Wände streichen sollst, dann ist es hilfreich, an die Wohnungen und Häuser deiner Freunde und Verwandten zu denken: Wo fühlst du dich am wohlsten? Wo hast du ein Gefühl der Bedrückung? Wo immer kalte Füße? Mit dem Hintergrundwissen über Farben und ihre Wirkungen auf unser Wohlbefinden wirst du sicher schnell die beste Auswahl für dich treffen.

Die Raumvorbereitung

Aus der Checkliste konntest du bereits entnehmen, dass du zum Wände streichen nicht nur Farbe und Pinsel benötigst. Da es sich beim Malern nicht vermeiden lässt, dass Farbe auf den Boden oder die Möbel tropft, ist es sinnvoll, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Zwar sind viele Farben heute wasserlöslich und lassen sich auch im Nachhinein entfernen, aber gerade Teppiche und Polstermöbel saugen die Farbe sofort auf und können nicht mehr oder nur sehr schwer gereinigt werden.

Auch sparst du dir das stundenlange Putzen nach dem Wände streichen, wenn du den Boden einfach mit alter Zeitung oder einer Abdeckplane schützt. Mit dem Abklebeband kannst du nicht nur Bodenleisten, Fenster- und Türrahmen abkleben. Du kannst auch verhindern, dass Farbe beim Wände streichen in den Heizkörper tropft, indem du das obere Gitter mit Klebeband versiehst. Ebenso für ordentliche Kanten ist das Abklebeband ein unschlagbarer Helfer: Ob für zweifarbige Wände oder für die Decke, alle Übergänge solltest du abkleben, um saubere Abschlüsse zu erhalten. Hast du deinen Raum entsprechend vorbereitet, kann das Wände streichen nun endlich losgehen!

Tipp: Befestige am Klebeband auch direkt die Abdeckfolie. So kann nichts verrutschen und kein Farbklecks geht daneben.

Das Malern

Jetzt kannst du loslegen: Tauche deine große Rolle in die Farbe, streiche sie auf dem Abtropfgitter gut ab, damit sich die Farbe verteilt und du nicht zu viel Farbe an der Rolle hast. Nun gehe mit der Rolle über die Wand. Mit der großen Rolle malerst du große Flächen, die kleine Rolle und der Pinsel sind für die Ecken und Kanten. Streiche stets von oben nach unten oder umgekehrt, nicht von rechts nach links. So vermeidest du unliebsame Streifen.

Auch solltest du stets an der Decke mit dem Wände streichen beginnen und dich von oben nach unten vorarbeiten. So übersiehst du keine „Nasen“, also dicke Farbtropfen, die sich beim Malern oft durch herabtropfende Farbe an der unteren Wand bilden.

Hier noch einige weitere Tipps, wie du hässliche Streifen und Flecken beim Wände streichen verhinderst. 

7 Tipps für das Streichen ohne Streifen

Wände ohne Streifen streichen

1. Farbe gleichmäßig auftragen
Für das Wände streichen ohne Streifen ist es wichtig, die Farbe auf der Wand gleichmäßig zu verteilen. Daher solltest du beim Eintauchen und Abstreifen der Rollen darauf achten, möglichst immer gleich viel Farbe zu verwenden. Denke daran: Wenn du an einer Stelle großzügig Farbe aufträgst und dafür an anderer Stelle sparsam bist, sieht man das hinterher! Verlasse dich dabei nicht darauf, wie die Wand im Augenblick des Malerns aussieht, da die Farbe noch nicht getrocknet ist. Erst im trockenen Zustand zeigen sich Streifen!

2. Farbe mit hoher Deckkraft kaufen
Wenn du eine Wand Übermalern musst, solltest du beim Kauf der Farbe nicht am falschen Ende sparen. Kaufe ausschließlich eine Wandfarbe, die eine hohe Deckkraft verfügt, nur so kannst du Streifen beim Malern vermeiden.

Hinweis: Du solltest immer Farbe mit Deckkraft der Klasse 1 oder 2 kaufen. Wenn bei einer Farbe keine Deckkraft ausgewiesen wird, ist dies meist ein schlechtes Qualitätsmerkmal.

3. Rolle statt Pinsel
Ein Pinsel hinterlässt beim Wände streichen immer Streifen, da sich die Haare beim Malern auseinanderbiegen. Deshalb sollte er nur eingesetzt werden, wenn es absolut notwendig ist: Für schwer zugängliche Stellen, etwa unter dem Heizkörper, oder für Ecken und Kanten, die für die Rollen nicht geeignet sind.

Die Rollen dagegen sorgen aufgrund ihrer schwammartigen Oberfläche für eine gleichmäßige Verteilung der Farbe. Streiche daher alle großen Flächen immer mit der Rolle.

4. Eine Streichrichtung
Um Streifen zu vermeiden, solltest du auch nicht kreuz und quer malern, sondern dich für eine Streichrichtung entscheiden. Das Wände streichen von oben nach unten ist empfehlenswert, da du den Teleskopstab bequemer halten kannst, als wenn du von rechts nach links malerst.

5. Mehrmals überstreichen
Um den unschönen Farbstreifen vorzubeugen, ist es ebenfalls wichtig, dass du mit der Rolle nicht einen Abschnitt nach dem anderen malerst, sondern mit der Rolle mehrmals und überlappend über eine Arbeitsfläche gehst. Natürlich rückst du trotzdem schrittweise vor, aber erst, nachdem du die Farbe wirklich gründlich verteilt hast.

Allerdings gilt auch: eine Wand, die bereits zu trocknen begonnen hat, sollte nicht mehr „nachgebessert“ werden. Beim Trocknen sind Flecken und Streifen kein Grund zur Beunruhigung. Erst wenn sich nach drei bis vier Stunden Streifen zeigen, solltest du noch einmal übermalern.

6. Eine Wand in einem Arbeitsgang
Dieser Hinweis steht zwar an letzter Stelle, ist aber trotzdem nicht unwichtig: Für das Streichen ohne Streifen solltest du möglichst einen Raum, zumindest eine Wand in einem Arbeitsgang erledigen. Eine Fläche, die an einem Tag begonnen und erst am nächsten Tag zu Ende gemalert wird, zeigt im Nachgang immer zumindest die „Naht“, also die Stelle, an der du die Arbeit fortgesetzt hast.

7. Niemals lüften beim Streichen
Der wichtigste Tipp zum Streifen freien streichen kommt zum Schluss: Egal wie warm es in dem Raum sein mag, in dem du streichst, egal wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist, komme niemals auf die Idee den Raum durchlüften zu wollen. Durch den Luftzug trocknet die Wand unterschiedlich schnell, was immer zu Streifen an einer Wand führt.

Für ein Streichen ohne Streifen ist es besser, genug Zeit für das Wände streichen einzuplanen. So gerätst du nicht in Stress, wenn eine Wand fertig werden soll.

Typische Fehler beim Streichen

Auch beim Wände streichen gibt es sie: Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest. Welche Fehler das sind erfährst du jetzt.

Fehler 1: Am falschen Ende sparen
Was für die Farbe gilt, gilt natürlich auch für die restlichen Utensilien, die du zum streichen benötigst. Kreppband, Farbrolle & Co. sollten von einer guten Qualität sein und nicht zu Discountpreisen gekauft werden. Nichts ist ärgerlicher als beim streichen festzustellen, dass die Farbe nicht abdeckt, das Kreppband nicht hält und die Malerrolle die Farbe nicht richtig aufsaugt.

Fehler 2: Unsauber abkleben
Wände unsauber abzukleben ist ein weiterer Fehler, den viele „Maler“ gerne begehen. Du solltest dir zum abkleben viel Zeit nehmen, um sicherzustellen, dass es zu keinen ausgefransten Kanten kommt. Alpina erklärt dir in einem Tutorial, wie du saubere Farbkanten erzeugen kannst.

Fehler 3: Malerkrepp zu spät entfernen
Du solltest das Malerkrepp unbedingt entfernen während die Wand trocknet und nicht wenn die Wand komplett durchgetrocknet ist. Ansonsten kann die Farbe von der Wand platzen, was zu nervigen Nachbesserungsarbeiten führt.

Tipp: Verwende Frogtape als Abdeckklebeband. Mit diesem gehst du zu 100% auf Nummer sicher, auch wenn es etwas teurer ist.

Fehler 4: Farbe nicht abrollen
Ja, das Abrollgitter hat tatsächlich eine wichtige Funktion, von der du auch Gebraucht machen solltest. Mit dem Abrollgitter stellst du sicher, dass die Farbe gleichmäßig auf der Rolle verteilt ist und auf der Wand an einzelnen Stellen nicht zu dick aufgetragen wird.

Fehler 5: Farbrolle nicht anfeuchten
Bevor du anfängst deine Wand zu streichen, solltest du die Farbrolle unbedingt etwas anfeuchten und nicht komplett trocken in den Farbeimer tauchen. Das ist wichtig, damit die Farbe von der Rolle schön aufgenommen werden kann. Die Farbrolle soll aber nicht triefend nass, sondern wirklich nur angefeuchtet sein.

Das Reinemachen

Schon während des Wände streichens ist es empfehlenswert, wenn du vertropfte Farbe mit einem sauberen Lappen gleich beseitigst. Je länger du die Farbe trocknen lässt, desto schwieriger ist sie hinterher zu entfernen. Manche Farben lassen sich nach 24 Stunden gar nicht mehr abwischen. Allerdings ist es fast unmöglich, auch bei einem gut abgedeckten Zimmer keine Farbspritzer auf dem Boden oder auf Türen und Fenstern zu hinterlassen. Schlimm ist das aber nicht: Mit einem gewöhnlichen Haushaltsreiniger solltest du alle Farbreste auch nach dem Malern gut wieder wegbekommen. Beachte dabei nur, dass du Farbklekse, die sich zum Beispiel auf Leisten oder Türrahmen befinden, vorsichtig so entfernst, dass der Lappen nicht auch die frisch gemalerte Wand berührt, da du sonst Flecken an der Wand hinterlässt.

Neben dem Saubermachen des Zimmers ist es auch wichtig, dass du Pinsel, Rollen, Teleskopstab und Farbgitter gründlich reinigst. Das kannst du mit klarem Wasser oder auch mit ein wenig Seife tun. Hartnäckige Verkrustungen kannst du eine halbe Stunde in lauwarmem Wasser einweichen und anschließend abspülen. Alle Arbeitsutensilien sollten hinterher gut abtrocknen. Dann kannst du sie aufbewahren und beim nächsten Malereinsatz problemlos wiederverwenden.

Vorsichtsmaßnahmen während und nach dem Malern

Lüften
Nach dem du mit dem Malern fertig bist und die Wand oder das Zimmer vollständig getrocknet ist, solltest du unbedingt gut lüften. Konventionelle Farben, wie du sie im Fachhandel und im Baumarkt bekommst enthalten Lösungsmittel und andere Zusätze, die du nicht unbedingt über eine längere Zeit einatmen solltest. Wählst du ökologische Farben aus Wasserbasis, umgehst du dieses Problem jedoch.

Kein Feuer
Auf das Rauchen oder eine gemütliche Kerze solltest du beim Wände streichen ebenfalls verzichten. Besonders bei Zeitungen, aber auch bei einer Abdeckfolie ist die Brandgefahr hoch. Zudem verbindet sich der Zigarettenqualm mit den Lösungsmitteln der Farbe, woraus ein ungesundes Gasgemisch entsteht.

Alte Kleidung tragen
Hast du schon einmal einen Malermeister mit sauberen Anziehsachen gesehen? Nein, denn ohne Farbspritzer geht es beim Malern nicht. Die meisten Farben lassen sich aus der Kleidung auch beim Waschen mit der Waschmaschine nicht mehr entfernen, da die Farbe schnell und unwiderruflich in die Textilfasern eindringt. Daher solltest du beim Wände streichen lieber alte Kleidung tragen, um die es nicht schade ist. Du kannst sie hinterher gut für deine nächsten Malervorhaben aufbewahren.

Mit diesem kleinen Ratgeber bist du hoffentlich alle Fragen rund um das Thema Wände streichen losgeworden. Eine Übersicht mit dem Zubehör findest du hier. Wir wünschen dir gutes Gelingen und viel Freude in deinen frisch gemalerten vier Wänden!

Auf Pinterest merken!

Jetzt für später merken und auf deinem Pinterest Board teilen!

Wände Streichen - die ultimativen Tipps

Hinterlasse ein Kommentar

Affiliate Links

Auf dieser Website verwenden wir Affiliate-Links, das heißt, wenn du auf der verlinkten Website etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Wir empfehlen ausschließlich Produkte und Online-Shops, von denen wir überzeugt sind, dass sie sich gut im jeweiligen Kontext unserer Guides eignen. Wenn Du auf eines der auf dieser Website vorgestellten Produkte klickst, kannst Du davon ausgehen, dass es sich um einen Affiliate-Link handelt. Für dich entstehen dadurch natürlich keine zusätzlichen Kosten!